Von Jagderlebnissen

Aus dem Blickwinkel einer Kaiserin/3

By Elke Wagner

Von Jagderlebnissen – die dritte Episode 

 

Ich fange mit dem unangenehmen Teil an. Er ist nur für Dich als Mensch unangenehm. Ich sehe an Deinem Gesicht, dass Du angewidert bist, wenn ich ein süsses Vögelchen oder Mäuschen gestellt habe. Süss schmecken die übrigens gar nicht. Ich nehme an, so genau wolltest Du es nicht wissen. Du sagst zwar: „So ist die Natur“-  nur Dein Gesicht bleibt säuerlich. Ich schaue auf Deinen Teller. Da finde ich auch nicht alles appetitlich. Einiges ist auch nicht gut für Dich, was  sich da so hin verirrt. Ich finde Euch Menschen manchmal komisch. Ich soll am besten heimlich jagen gehen. Nur wenn Du was gutes für Deinen Hund machen willst und Du „barfst“- Dann ist alles erlaubt und Du erzählst es voller Stolz. Mit Deinem Hund kannst Du das machen, mit mir nicht. Ich bin eine Kaiserin und weiss selbst, was gut für mich ist. Ich werde mit Rücksicht auf Eure Bilder im Kopf also gleich lieber von „Beute“ reden. Ich kann auch gnädig sein. Beobachte mal eine Katze bei der Jagd. Übrigens brauche ich kein Licht zum Jagen, ich bin das Licht! Du kannst viel von mir lernen. Schau Dir an, wie konzentriert ich auf der Jagd bin. Stundenlang kann ich ansitzen und mich nicht vom Fleck rühren. Ihr richtet Geld und Energie drauf aus, um bei Stressbewältigung das Fokussieren zu lernen. Oder bei Meditationen Eure Gedanken auf Wolken zu setzen und davonziehen zu lassen, damit die Euch nicht mehr belasten.Ich brauche das nicht. Ich habe nur einen Gedanken: die Beute erwischen. Darin bin ich völlig versunken. Es ist immer die richtige Zeit zur Jagd. Ich überhör sogar die Dosenöffner, die mich rufen. Ich durchschaue ihren Trick, mich mit Thunfischleckerli von der Beute abzulenken. Damit die meine Beute retten können. Pfft! Ich konzentriere mich völlig auf das Wesentliche. Bist Du auch so hartnäckig, wenn es um Deine Beute geht? Ich beobachte manchmal, wie Du zu schnell aufgibst oder Dich vom Ziel ablenken lässt. Ich gebe niemals Beute verloren. Selbst wenn die ausbüchsen, harre ich solange aus, bis ich ihnen wieder auf der Spur bin. Wenn ich erfolgreich war, dann werfe ich meine Beute hoch in die Lüfte, damit alle Katzen drumherum die Spuren meines Erfolges riechen und feiere mich ausgiebig.

Wenn ich Beute gemacht habe, dann feiere ich mich wie eine Kaiserin. Ich freu mich, wenn Du mich lobst. Nur bin ich nicht von Deinem Lob und von Dir abhängig.  Ich bin mir selbst-bewusst, dass ich eine tolle Jägerin bin und für mich selbst am besten sorgen kann. Wenn ich Dich mag, lasse ich Dich teilhaben an meinem Ruhm. Ich bin grosszügig und lege Dir Beute auf die Fussmatte  Ich kann nicht verstehen, wenn es Dich nicht zum Strahlen bringt. Das ist dann ganz klar Dein Thema und nicht meines – mein Katzenleben ist weiterhin glücklich und unbesorgt“

Keine Sorge – wenn Du mich auf Instagram abonnierst, bekommst Du keine Beute-Fotos zu sehen. Den deal habe ich mit Frauchen geschlossen. Wenn Du auf den Instagram button oben auf meinem Foto drückst, kommst Du auf mein Profi. Jetzt muss ich mich schleunigst ausruhen von der Jagd. Auch das kann ich besser als Du. Die Geschichte wird ein anderes Mal erzählt.

Deine Kira